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DIE VERABREICHUNG LIPOSOMALEN BUPIVACAINS WIRD DURCH DIE KLINISCHE EVIDENZ NICHT GESTÜTZT, WAS FÜR PATIENTEN EINE WEITERHIN INADÄQUATE POSTOPERATIVE SCHMERZKONTROLLE BEDEUTET

By 4. März 2022März 16th, 2022AKUTSCHMERZTHERAPIE

DIE VERABREICHUNG LIPOSOMALEN BUPIVACAINS WIRD DURCH DIE KLINISCHE EVIDENZ NICHT GESTÜTZT, WAS FÜR PATIENTEN EINE WEITERHIN INADÄQUATE POSTOPERATIVE SCHMERZKONTROLLE BEDEUTET

Das 72-Stunden-Fenster postoperativer Schmerzen

Die Behandlung postoperativer Schmerzen ist weiterhin bei einem erstaunlichen Anteil an Patienten unzureichend und geht mit zahlreichen negativen klinischen, patientenbeurteilten und gesundheitsökonomischen Ergebnissen einher.1-2 Darüber hinaus hat sich mangelhaftes Management akuter Schmerzen durchgängig als ein Vorhersagefaktor für die Entwicklung chronischer Schmerzen erwiesen. Eine wirksamere Analgesie/Anästhesie kann dazu beitragen, den unerwünschten Folgeerscheinungen eines mangelhaften Schmerzmanagements vorzubeugen, einschließlich der Entwicklung von Dauerschmerzen und der damit verbundenen Abhängigkeit von Opioiden.

Die postoperative Schmerzkontrolle hat für Patienten und Ärzte gleichermaßen Priorität. Sie trägt zur beschleunigten Genesung bei und verringert die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen wie Pneumonie, Thrombose und Opioidabhängigkeit. Schmerzen müssen mit Sorgfalt behandelt werden. Die Erstellung des richtigen Konzepts erfordert die Kooperation von Arzt und Patient. Postoperative Schmerzen halten häufig über die Wirkdauer des verabreichten Lokalanästhetikums (z. B. Bupivacainhydrochlorid) hinaus an. Dies gilt sowohl für die periartikuläre Infiltration als auch für die singuläre Nervenblockade. Die derzeitigen multimodalen Techniken bewirken in der Regel eine adäquate Schmerzkontrolle für etwa 24 Stunden. Bei nachlassender Wirkung kann es jedoch zu einem erheblichen Rebound-Effekt kommen (häufig dann, wenn Patienten schnell aus einer ambulanten Versorgung entlassen werden)

Ein lange herbeigesehntes Ziel ist die Verlängerung der Dauer der Analgesie auf 72 Stunden und länger, um diesen Rebound-Effekt zu verhindern. Zahlreiche Adjuvantien wurden bereits empfohlen, bislang hat sich jedoch bei keinem eine Wirksamkeit von mehr als 24 Stunden bestätigt.3-6 Liposomales Bupivacain wurde speziell mit dem Ziel entwickelt, diese gewünschte 72-stündige postoperative Wirkdauer zu erreichen.7-8 Die Hersteller hofften, durch liposomale Verkapselung des Standard-Bupivacains eine anhaltende Freisetzung des Wirkstoffs zu erzielen. Theoretisch sollte dies eine solche anhaltende Freisetzung auch bewirken. Die pharmakokinetischen Daten demonstrieren eine langsame Freisetzung des Bupivacains aus den liposomalen Trägern über einen Zeitraum von 48 Stunden und länger. Jedoch lässt sich die Dauer der analgetischen Wirkung nicht von der Nachweisbarkeit im Blut ableiten. Die Literatur über die vermeintlichen Vorteile der liposomalen Verkapselung stützt die Hypothese der längeren Dauer der Analgesie nicht.

In mehreren Berichten in der Fachliteratur ist zu lesen, dass kein klinischer Unterschied in der Dauer der Analgesie zwischen liposomalem Bupivacain and Standard-Bupivacain festgestellt wurde – die Dauer der postoperativen Analgesie beträgt bei beiden nur etwa 24 Stunden.9-11

Um das gesamte Whitepaper zu lesen, klicken Sie „Whitepaper herunterladen“.

QUELLENVERZEICHNIS:

  1. Rawal, Narinder, Current issues in postoperative pain management. European Journal of Anaesthesiology: March 2016 – Volume 33 – Issue 3 – p 160-171
  2. Nalini Vadivelu, MD Sukanya Mitra, MD, and Deepak Narayan, MD: Recent Advances in Postoperative Pain Management. Yale J Biol Med ;2010 Mar; 83(1): 11-25.
  3. Hussain N, Grzywacz VP, Ferreri CA, Atrey A, Banfield L, Shaparin N, Vydyanathan A: Investigating the efficacy of dexmedetomidine as an adjuvant to local anesthesia in brachial plexus block: A systematic review and meta-analysis of 18 randomized controlled trials. Reg Anesth Pain Med 2017; 42:184–96
  4. Abdallah FW, Brull R: Facilitatory effects of perineural dexmedetomidine on neuraxial and peripheral nerve block: Asystematic review and meta-analysis. Br J Anaesth 2013; 110:915–25
  5. Albrecht E, Vorobeichik L, Jacot-Guillarmod A, Fournier N, Abdallah FW: Dexamethasone is superior to dexmedetomidine as a perineural adjunct for supraclavicular brachial plexus block: Systematic review and indirect meta-analysis. Anesth Analg 2019; 128:543–54 84.
  6. Hussain N, Van den Langenbergh T, Sermer C, Fontes ML, Atrey A, Shaparin N, Sawyer TR, Vydyanathan A: Equivalent analgesic effectiveness between perineural and intravenous dexamethasone as adjuvants for peripheral nerve blockade: A systematic review and meta-analysis. Can J Anaesth 2018; 65:194–206
  7. Bramlett K, Onel E, Viscusi ER, Jones K: A randomized, double-blind, dose-ranging study comparing wound infiltration of DepoFoam bupivacaine, an extended-release liposomal bupivacaine, to bupivacaine HCl for postsurgical analgesia in total knee arthroplasty. Knee 2012; 19:530–6 27.
  8. Abildgaard JT, Chung AS, Tokish JM, Hattrup SJ: Clinical efficacy of liposomal bupivacaine: A systematic review of prospective, randomized controlled trials in orthopaedic surgery. JBJS Rev 2019; 7:e8
  9. Ilfeld BM, Gabriel RA, Eisenach JC: Liposomal bupivacaine infiltration for knee arthroplasty: Significant analgesic benefits or just a bunch of fat? Anesthesiology 2018; 129:623–6
  10. Hamilton TW, Athanassoglou V, Mellon S, Strickland LH, Trivella M, Murray D, Pandit HG: Liposomal bupivacaine infiltration at the surgical site for the management of postoperative pain. Cochrane Database Syst Rev 2017; 2:CD011419
  11. Abildgaard JT, Chung AS, Tokish JM, Hattrup SJ: Clinical efficacy of liposomal bupivacaine: A systematic review of prospective, randomized controlled trials inorthopaedic surgery. JBJS Rev 2019; 7:e8
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